Unsere Missionen

Denken in Talenten & Netzwerken – die HR Mission to Mars

Fabian Annich | Start-Up Talentz

Die Frage, die wir uns als HRler selbstkritisch stellen müssen, ist klar: „Sind wir zukunftsfähig genug, um bei einer Reise zum Mars unentbehrlich zu sein?“.

Mit den meisten „klassischen“ HR Tätigkeiten sind wir das ganz eindeutig nicht. Aber mit der Arbeitswelt 4.0 kommen neue Herausforderungen auf uns zu, die, wenn wir sie annehmen, uns zu relevanten strategischen Mitgestaltern von Organisationen machen. Denn Arbeiten in der Zukunft bedeutet für Organisationen, dass der Fokus wieder stärker auf den Menschen rückt. Bei der Produktentwicklung denkt man jetzt nur noch vom Kunden aus und auch intern kommt es wieder mehr auf die Menschen an als auf Prozesse. Deshalb braucht es eine neue HR, die ihre administrative Sachbearbeiter Rolle auf der Erde zurücklässt und ihre strategische Verantwortung für Unternehmen aufgreift. Aber bleiben wir beim Beispiel der Mars-Mission. Warum kann man nicht auf HR verzichten?

Bereits vor dem Aufbruch zum roten Planeten muss man sich über die richtige Zusammensetzung und Kombination der essenziellen Talente tiefgründige Gedanken machen. Wer hier allerdings nur Zertifikate auf Lebensläufen mit irgendwelchen Checklisten abgleicht, kann gleich auf der Erde bleiben. HRler der Zukunft blicken über den Lebenslauf hinweg, lassen sich nicht von durchschnittlichen akademischen Leistungen abschrecken, weil sie wissen, dass es vielmehr auf die persönlichen und sozialen Kompetenzen eines Talents ankommt. Auf dem Mars muss man „neues Leben“ entstehen lassen und unter widrigsten Bedingungen innovative Lösungen finden. Menschen mit akademischer Exzellenz in ihren Bereichen, aber ohne die Fähigkeit im Netzwerk zu arbeiten, sind toter Ballast. HRler der Zukunft betrachten Menschen ganzheitlich und setzen sie zu hochleistungsfähigen Netzwerken zusammen. Sie sichern Kompatibilität, erkennen Synergien und entwickeln Menschen nachhaltig und effektiv.

Auch nachdem wir den Erdorbit verlassen haben, sollte HR nicht fehlen. Nach der Ankunft auf dem Digitalisierungs-Mars wird es schnell darum gehen nicht nur eine gesellschaftliche Ordnung zu finden, sondern eben auch gemeinsam zu überleben. In beiden Fällen sollten wir den Mars als einen Neustart verstehen, mit dem wir auf den Erfahrungen unserer Zeit auf der Erde aufbauen, aber nicht alte Laster weiter mit uns herumtragen. Hierarchien, Status und Abgrenzung können in die marsianischen Geschichtsbücher über die Erde eingehen. Denn wir wissen mittlerweile, dass Menschen am besten zusammenarbeiten, wenn sie sich auf Augenhöhe begegnen. Besonders auch weil Innovationskraft für unsere Unternehmung auf dem Mars tatsächlich „überlebensnotwendig“ ist, sollten wir als HRler alles daran setzen die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Das neue Credo der HR muss sein: „Teilen ist das neue Haben“, denn Innovation entspringt insbesondere dem Teilen von Informationen, Ideen und Talenten. HR muss stärker in Netzwerken denken. Es geht darum, die eigene Organisation ständig mit neuen Ideen und Impulsen zu füttern. Dazu braucht man Netzwerkpartner und geeignete Schnittstellen. Der Aufbau dieser Netzwerke und das Identifizieren der Schnittstellen ist Aufgabe der HR der Zukunft. Weiterführend ist es wichtig diese Netzwerke am Leben zu erhalten und die Kommunikation zu fördern. Unternehmen werden sich Unternehmens-Netzwerken anschließen und innerhalb dieser Netzwerke wird man nicht nur Wissen und Erfahrungen teilen, sondern auch Talente, Projekte und Strategien. In der Zukunft wird es - ähnlich wie bereits heute in der Luftfahrt - Allianzen von Unternehmen geben, die auf verschiedenen Ebenen kooperieren, um so die eigene Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen.

Heute sind wir noch Lichtjahre von dieser Zukunftsvision entfernt, aber warum nicht schon mal vortasten? Netzwerke und Allianzen müssen entwickelt werden und man sollte bereits heute damit anfangen. Zwar gibt es schon unverbindliche Austauschformate zwischen Organisationen, aber wenige Initiativen, die in die Tiefe gehen. Warum also nicht einen Schritt weitergehen? Zum Beispiel in dem Arbeitgeber sich ihre Talente gegenseitig ausleihen, um sie nachhaltig zu entwickeln, aber auch um neue Ideen und Impulse in die eigene Organisation zu holen? „Talentsharing“ könnte der erste Schritt in Richtung HR der Zukunft sein. Auch beim letzten Zukunftsworkshop im Rahmen des Young Professional Networks (YPN) der DGFP haben wir die Möglichkeit von sog. „Externships“ als moderne und innovative Maßnahme identifiziert, um junge HR-Talente besser fördern zu können. Denn die heranwachsende Generation an zukünftigen HRlern hat verstanden, dass in einer Netzwerk-Ökonomie nur diejenigen verlieren, die nicht teilen.

Also brauchen wir HR in der Zukunft und auf dem Mars? Ja, denn HR kreiert Netzwerke von Menschen, die durch ihre Art der Zusammenarbeit Innovationen generieren, die unser Überleben sichern.


Über den Autor:

Fabian Annich ist Gründer von TalentZ, einer Agentur für Talentsharing. Nach seinem Studium im Aviation Management arbeitete er in der Organisationsentwicklung bei der Lufthansa Group.

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